Case Study

Projekt “Katzensprung”: Klimaschutz im Tourismus stärken (Climate friendly tourism)

Contact name

Patrick Appelhans / Nicole Isermann

Institution name

Verband Deutscher Naturparke (Association of German Nature Parks)

Region & country

Germany

Summary

Das Projekt „Katzensprung – Kleine Wege. Große Erlebnisse.“ hat als Verbund-Partnerprojekt zum Ziel, vor allem junge Menschen (14-29 Jahre) und Akteure der Reisebranche anzusprechen und von einem CO2-sparenden Verhalten zu überzeugen. Attraktive Reisealternativen im eigenen Land, die ohne Flug erreichbar sind, und klimaschonende Maßnahmen werden drei Jahre lang (2017-2020) in 10 Modell-Naturparken analysiert und weiterentwickelt. Das von der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) und dem Bundesumweltministerium (BMU) geförderte Projekt soll durch eine Verhaltensänderung nachweislich CO2 einsparen helfen.

Background of the project

Das Projekt geht davon aus, dass viele Reisende heute bereits an nachhaltigen Reiseformen interessiert sind, gleichzeitig aber gerne und oft in den Urlaub fliegen, da es günstig ist. Gleichzeitig gibt es bereits viele spannende und dennoch klimaschonende Urlaubserlebnisse im eigenen Land, die oftmals nicht sichtbar sind. Das Potenzial dieser Tatsache nutzt Katzensprung, indem es solche Angebote sucht, findet und sichtbar macht.

Laut Studien sind junge Menschen bereit, im eigenen Land nur einen Katzensprung entfernt Urlaub zu machen und auf den einen oder anderen Flug zu verzichten, wenn sie passende Angebote schnell und einfach finden, diese quasi auch pauschal gebucht werden können oder zumindest auf einer Seite in passenden Paketen dargestellt werden. Gleichzeitig wurden in 5 von 10 Naturparken prioritäre Handlungsfelder identifiziert und weiterentwickelt, um hier Lücken im klimaschonenden Angebot zu schließen.

Solution and actions taken

• Ein Screening in 10 Naturparken hat klimaschonende Touristikangebote aufgezeigt, Lücken identifiziert und Akteure zu Netzwerken zusammengeschlossen.
• Eine großangelegte Kommunikationskampagne (Website, Pressearbeit, Magazin, Social Media, Wettbewerb, Veranstaltungen) vermittelt klimaschonende Reiseziele und Erlebnisse in der BRD gebündelt an die Zielgruppe.
• Akteure der Reisebranche werden durch Fachinformationen angesprochen.

• 50 klimaschonende Tourismusangebote wurden auf die Website zusammengesellt
• Bereisungen: 10 Modell-Naturparke wurden auf klimaschonende Angebote überprüft, Konzepte und Workshops halfen, Lücken zu schließen und Angebote weiter zu entwickeln.
• 15 Factsheets wurden erstellt.
• Kommunikation des Projekts (s.o.)
• Veranstaltungen (Symposien, Kongress)
• Eine Screening-Checkliste wird es weiteren Naturparken/Destinationen ermöglichen, ihr Angebot entsprechend weiterzuentwickeln.

Other institutions or parties involved

Das Projekt wird vom Verband Deutscher Naturparke e.V. gemeinsam mit einer Tourismusberatungsfirma (COMPASS GmbH), einem auf Nachhaltigkeit spezialisierten Verlag (fairkehr GmbH) und einer auf Nachhaltigkeit spezialisierten Tourismusagentur (tippingpoints GmbH) umgesetzt. Am Screening sind 10 Modell-Naturparke und ihre touristischen Partner beteiligt. Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium gefördert.

Results

Das Projekt läuft noch bis Mai 2020, ein Abschlussbericht wird erst im Spätsommer 2020 vorliegen. Jetzt ist bereits zu erkennen, dass 5 von 10 Naturparken sich in einem Handlungsfeld weiterentwickeln und entsprechende Maßnahmen, Angebote und Vernetzungen anstreben.

Challenges

Die größte Herausforderung war es, 10 Modell-Naturparke zu finden, die an dem Projekt teilnehmen, und sie über einen Zeitraum von 3 Jahren zu motivieren, dabei zu bleiben. Bedingt durch die sehr begrenzte personelle und finanzielle Ausstattung der deutschen Naturparke haben viele Naturparke keine Möglichkeit, viel Zeit in zusätzliche Projekte zu investieren, auch wenn sie diese spannend finden und sie ihre Arbeit unterstützen würden.

Lessons learned

Naturparke müssen dringend besser ausgestattet werden, um ihnen ihre Arbeit und Teilnahme an solchen zusätzlichen Projekten zu erleichtern. Die Entwicklung und Umsetzung neuer Konzepte ist sehr zeitintensiv und selbst über die Laufzeit von 3 Jahren erreicht man weniger als gedacht, da die Entscheidungswege oft komplex und in jedem Naturpark unterschiedlich flexibel sind.

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